Aktionen

Ein Ärzteteam berichtet: Kastrationsaktionen sind Knochenarbeit unter schweren Bedingungen.

Wir haben 99 männliche und 112 weibliche Katzen innerhalb von sechs Tagen kastriert. Wieder haben wir mit der örtlichen Tierschutzgruppe Asociacion San Francisco de los Animals im Süden der Insel zusammengearbeitet. Auch haben wir Katzen vom K 9 bekommen, die sich normalerweise mit Hunden beschäftigen.

Da wir in einer Einzimmer-Wohnung in Costa del Silencio gearbeitet haben, war der Platz sehr knapp. Die meisten Katzen kamen zu uns aus der näheren Nachbarschaft dieser Wohnung. Die Anzahl der Katzen hat seit meinem letzten Besuch zugenommen. Dadurch wäre ein weiterer Besuch so schnell wie möglich dringend erforderlich, um die Anzahl der Katzen unter Kontrolle zu halten. Unser Besuch auf  Teneriffa wurde mit Hilfe des Vereins zur Hilfe notleidender Tiere in Europa e.V. ermöglicht. Der Verein hat netter Weise die notwendigen Medikamente gestiftet. Dieses Geschenk war für uns eine riesige Hilfe.

 KINKY

In diesem Gebiet in dem wir gearbeitet haben lebte Kinky, der eine von den ersten Katzen war, die Friends of the Ferals kastriert haben. Kinky ist jetzt mit 19 Jahren gestorben. Es ist ungewöhnlichdass eine Strassenkatze so lange überlebt.

 Ein Bericht von Tierärztin Helen Fryer

Obwohl es schwer war, dieses Apartement in so kurzer Zeit in eine funktionierende Tierklinik umzubauen, haben wir dieses mit Hilfe von SF (Tierschutz auf Teneriffa) und lokaler Unterstützung geschafft. Bald hatten wir alles was wir brauchten inkl. Beleuchtung und Medikamente. Wir waren dann aber doch alle total überrascht von der Menge an Katzen, die vor unserer Haustür plötzlich auftauchten. Allein am ersten Tag haben wir 60 Katzen  kastriert.

 Im Zeitraum von 6 Tagen haben wir dann 112 Katzen und 99 Kater behandelt. Die Vollnarkose wurde mit D,T und K intramuskulär durchgeführt. Alle Katzen erhielten A, um eine schnelle Erholung zu erreichen. Außerdem bekam jedes Tier eine Injektion von I,R,C,D und Multivitamin.

Fast ohne Ausnahme waren alle Katzen in einem guten gesundheitlichen und körperlichen Zustand. Einige Katzen hatten alte Augenverletzungen und bei mehreren Katzen haben wir Flöhe und Würmer festgestellt.

Nur eine Katze mußte leider eingeschläfert werden.Sie war sehr unterernährt, schwach und ausgetrocknet. Außerdem litt sie unter chronischem Durchfall.

Am Ende unserer arbeitsreichen Woche auf Teneriffa waren wir alle sehr zufrieden, aber wir wissen auch, dass es eine große Menge Katzen gibt, die unsere Hilfe noch dringend braucehn.

Danke an unser medizinisches Team und alle die Hilfe geleistet haben.

Danke an Fairways für die zwei Wohnungen.

Danke an Ingrid und an die deutsche Gruppe für die notwendigen Medikamente.

Danke an WVS die Helen (eine der Tierärztinnen) gefunden haben und für die Flohhalsbäner und für die Wurmkuren.

Danke an Ian und Dave für die Beleuchtung und andere Hilfe.

Danke an The Schuman Trust für ihre Spende.

Danke an Alle die für F of the F gespendet haben.

Danke an Claudia und Jill die sich das ganze Jahr abgemüht haben um den Tieren auf Teneriffa zu helfen.

Unser nächster Besuch nach Spanien ist im März/April 2009.       

Fotos der Aktion



Kastrationsaktion Teneriffa
November 2006
 


Wir vier jungen Tierärztinnen wurden als Volontäre für eine vierzehntägige Straßentier-Kastrationsaktion im südlichen Teneriffa vom Verein zur Hilfe notleidender Tiere in Europa e.V. durch Frau Hildebrand angeworben. Freundlicherweise hat der ETN unsere Flugtickets übernommen.

In Teneriffa angekommen, waren wir dank des Engagements vom ansässigen Verein San Francisco in Hotelappartements untergebracht. Als Gegenleistung für die kostenlose Unterbringung durch die Hoteliers in den Appartements werden die in den Anlagen und der Umgebung ansässigen Straßenkatzen kostenlos eingefangen, kastriert und gegen Parasiten behandelt. Es hat uns positiv überrascht, dass vergangene Kastrationsaktionen bereits zu großen sichtbaren Erfolgen geführt haben: Nahezu der gesamte Bestand Katzen in diesen Anlagen ist kastriert!

Unsere Arbeit begann ohne Verzögerung, leider aber auch ohne Bekanntmachung und Vorstellung des Vereins San Francisco, mit dem wir die nächsten Wochen zusammen arbeiten sollten. Wir Tierärzte lernten uns bei der Arbeit schnell kennen, und es entwickelte sich ein sehr gutes Team mit guter Organisation. Auch wenn wir uns für den Bereich Telefondienst und Tierannahme und -ausgabe etwas Unterstützung durch den Verein San Francisco erhofft hatten, konnten wir uns der eigentlichen tierärztlichen Arbeit mit der Zeit und dem Bekanntheitsgrad der Tierfänger immer mehr widmen.

Die Kastrationen wurden auf der „Finca Los Poleos“ mit angeschlossener Hundepension und umgebender Bananenplantage in einer Garage durchgeführt. Dort standen uns ein Sterilisator sowie zahlreiche Medikamente und Materialien, die mit Hilfe des Vereins zur Hilfe notleidender Tiere in Europa e.V. finanziert wurden, zur Verfügung. Mit Tapeziertischen, Abdeckplanen und alten Möbelteilen verwandelten wir die Garage in eine akzeptable, funktionelle Praxis. Die tierischen Patienten konnten separat in einem Vorraum untergebracht werden. Dank des guten Teamworks und der soliden Grundvoraussetzungen gelang es uns, sauber und effektiv zu arbeiten.

Wir kastrierten täglich von morgens früh bis in den späten Abend hinein und gönnten uns nur einen Tag Entspannung. Daher konnten 263 Straßentiere erfolgreich kastriert werden, davon etwa 20 % Hunde und 80 % Katzen. Die Patienten wurden nicht nur kastriert, sondern auch gegen Ekto- und Endoparasiten behandelt. Es wurden uns nur drei Komplikationen bekannt, so dass wir auf das Ergebnis recht stolz sind. An zwei Tagen kastrierten wir zusätzlich Rüden in der Anlage der britischen Hundeauffangstation K9 und konnten auch dort einen guten Beitrag zum Schutz der Tiere leisten.

Als Fazit sind wir sehr dankbar für die Erfahrungen, die wir machen konnten, und für die Operationsroutine, die wir gewannen. Wir sind froh, durch die Kastrationen und Behandlungen einen guten Beitrag zur freundlichen Reduktion der Straßentierbestände in Südteneriffa geleistet zu haben, und wünschen den Tieren noch ein gesundes Leben auf der frühlingshaften Insel.









Kastrationsaktion Teneriffa und El Hierro
vom 27.10. bis 11.11.2006
 

Tierärztin (El Hierro, San Isidro):
    Dr. Astrid Lorenz, Innsbruck, Österreich
Helferin:
    Michaela Ravanelli, Absam, Österreich

Tierärztinnen (La Caleta, K9):
    Sabina Gustat, Berlin
    Sabine Räthel, Berlin
    Menja Zarrath, Berlin
    Katharina Weissrock, Hannover

Wir konnten in den Aktionswochen insgesamt 435 Katzen und Hunde kastrieren.

La Caleta, K9:
Katzen:    106 weiblich, 88 männlich
Hunde:    41 Rüden, 13 Hündinnen

El Hierro:
Katzen:    62 weiblich, 12 männlich
Hunde:    22 weiblich, 13 männlich    (trächtige: 3)

San Isidro:
Katzen: 13 weiblich, 3 männlich
Hunde: 51 weiblich, 11 männlich    (trächtige: 5)


Hunde, die in den Tierheimen K9 und Life Arico untergebracht sind, wurden alle auf Dirofilarien, Borrellien, Leishmanien getestet.
Straßenkatzen in schlechtem Ernährungs- und Pflegezustand wurden vor einer Operation auf Leukoseprofil getestet und positive (3) wurden eingeschläfert, um die Verbreitung der ansteckenden Krankheiten zu verhindern.

Das Operationsteam Berlin/Hannover war in Los Poletos in La Calletas bei Marisa in der Scheune der Bananenfinca untergebracht. Sie wurde in einen improvisierten OP und Aufwachraum umfunktioniert. Heiß- und Kaltwasseranschluss, Toilette, Hundezwinger und viel Platz rundherum sind die Vorzüge dieser Lokalisation. Marisas Cappuccino vormittags und nachmittags ist schon Kult.

Die Unterbringung war diesmal aufgeteilt, ein Appartement in Torviscas und in La Laguna Parque II. Frühstücksbuffet wurde gesponsert, Abendessenmöglichkeit gab es ebenfalls in Laguna Parque II für 12,– ermäßigt.

Die in La Calletas kastrierten Tiere waren aus der Region Adeje, Los Christianos, Las Americas, Pebble Beach, Puertito, Las Calletas, Las Galletas, Abona, Chio, Guaza und Villaflor, das heißt, der Südwesten der Insel konnte bedient werden. Die meisten Rüden wurden an 2 Tagen direkt im Tierheim K9 in San Miguel kastriert. Dort herrschen raue Bedingungen, kein Strom, das Tageslicht (im November eher kurz) muss ausgenutzt werden, kaltes Wasser und nicht gerade ergonomische Operationstische. Dies wird aber durch die ausgezeichnete Organisation und die dort herrschende Sauberkeit und Mithilfe einiger Ehrenamtlicher auf jeden Fall wettgemacht. Da in K9 kein Handynetz besteht, wird man jedenfalls auch nicht durch Anrufe „gestört“.
Die meisten Katzen dieser Aktionswochen wurden von den vier fleißigen Tierärztinnen in La Caleta operiert. Sehr zu danken ist, dass es praktisch keine aufgehenden Wunden bei Katzen gab. (Dies bringt alle in eine sehr unangenehme Lage, wenn die Aktionstierärzte bereits abgereist sind und einige der operierten Katzen mit Nahtproblemen zu einheimischen Tierärzten gebracht werden müssen.) –
Chien lo hecho? Donde? Wer hat das gemacht? Wo? – sind inquisitorische Fragen, die auch schon zu Anzeigen einheimischer Tierschützer und eines Tierarztes geführt haben.
Eine Hündin musste eingeschläfert werden, weil sie sich nicht nur die Naht, sondern auch den eigenen Darm aufgebissen hatte und eine Rettung nicht mehr möglich war.

El Hierro:
Nach einer etwas turbulenten Überfahrt mit dem mit Katzenfallen, Hundeboxen, OP-Material sowie Gepäck vollgeladenen Bus auf der Fred-Olson-Fähre wurde unser Team, bestehend aus Lorenz/Ravanelli/Jacobson/Lück und den beiden Teenagern Laura und Johanna, am Hafen erwartet und sofort mit gesponsertem Leihauto ausgestattet.
Der erste Weg ging zum Mittagstisch, und gleich danach konnten wir unseren improvisieren OP beziehen. Eine Rosenheimer Familie, die in El Hierro lebt, stellte uns kurzerhand die Wohnung der Oma zur Verfügung. Wo normalerweise das Bett der älteren Dame steht, installierten wir unseren OP mit allen Nebenräumen. Karin Kamm war vom letzten Jahr schon vorinformiert, was Tierärzte so alles brauchen, und hat mit deutscher Gründlichkeit und gänzlich unspanischer Präzision an jede Kleinigkeit gedacht, Eventualitäten vorausgesehen und alle Tierschützer nach einem perfekten Zeitplan zu unserem OP bestellt. Von seiten des CARBILDO von El Hierro wurde zu unserer Freude Material um 600 Euro gesponsert, alles war bereits vorrätig und gekühlt.
Wären nicht bei allen drei weiblichen Teammitgliedern gesundheitliche Probleme aufgetreten (die wir uns wohl im überfluteten Flughafen in TFS am Vorabend zugezogen hatten), der OP und die Hunde und Katzen standen bereit.
So wurden wir dankenswerterweise von Karin und Denise mit Medikamenten und Tee und Wärmflaschen versorgt.
Unsere Unterbringung war höchst feudal, Blick aufs Meer, große Terrasse, eigener Raum für die Jugend, voll eingerichtetes Appartement inkl. Internet und mit biologischen und selbstgezogenen Produkten gefüllter Kühlschrank. Leider konnten wir gar nicht alles essen! Ein deutsches Ehepaar aus Oberhausen hatte uns die Ferienwohnung ihrer Kinder zur Verfügung gestellt, mit eigenem Badeplatz(!), den wir allerdings wegen unserer Beschwerden nicht nutzen konnten.

So konnten wir am nächsten Tag gut ausgeruht unsere Arbeit beginnen. Jill und Martin fuhren zum Katzenfangen, Michaela und ich operierten wie am Fließband, und die Mädchen halfen bei der Betreuung der Tiere. Durch die am ersten Tag verlorene Zeit und durch den kurzfristigen Ausfall der zweiten Tierärztin wurden es sehr lange Tage. Wir operierten 13 und 16 Stunden lang. Ohne die ausgezeichnete kulinarische Versorgung und liebevolle Betreuung der Familie Göschl und durch Denise und Karin wäre es wohl mühsam geworden.
Alle drei in El Hierro tätigen Tierärzte, zwei Großtierpraktiker (Ziegen, Schafe, Esel, Pferde) und eine Lebensmitteltierärztin, die nebenbei auch einige Kleintiere betreut, kamen vorbei, sprachen schnelles Spanisch, schüttelten uns die Hände, und Alicia assistierte uns interessiert und fleißig. Besonderes Interesse wurde der von uns angewendeten „keyhole technique“, einer minimal invasiven Schnittführung bei Kastrationen weiblicher Tiere, entgegengebracht.
Am Rückreisetag versorgten wir noch einige Tiere nach, und nach freundschaftlicher Verabschiedung fuhren wir diesmal bei ruhiger See zurück nach Tenerife.

Unser von einer Tierschützerin zur Verfügung gestelltes Haus war inzwischen auch wieder trocken, wir genossen ein komplett eingerichtetes Haus in El Medano, San Miguel, das normalerweise nicht vermietet wird.
Abends bereiteten wir den OP in San Isidro in Fernando Ortegos Tierklinik vor. Hier herrscht der schiere Luxus, die Klinik wurde erst im Juni eröffnet, alles glänzt neu, es gibt reichlich Platz, OP-Lampen, professionelle Boxen und – man kann es nur würdigen, wenn man in diesem Klima schon gearbeitet hat –: es gibt Klimaanlagen im OP und im Tierraum!!! Das ist allerdings noch gar nicht das beste, das beste heißt César und ist ein junger engagierter argentinischer Tierarzt, der für Fernando arbeitet. Außer Humor und Freundlichkeit besticht noch seine gute Ausbildung als Anästhesist.
Fernando erklärte ihn für verrückt, trotzdem half er freiwillig an allen Tagen bis nachts bei den Operationen mit, obwohl er natürlich vordringlich die Klinikklientel betreuen musste. Paula, seine Frau, half mit perfektem Englisch, wenn wir wieder einmal „spanische Dörfer“ verstanden.
Wir operierten fast ausschließlich Hündinnen, in allen Größen, Farben und Rassen. Michaela musste sehr professionell arbeiten, um immer gleich neue Hündinnen vorbereitet zu haben, nachdem auch noch das Team Hannover/Berlin eingestiegen war, ging wirklich alles sehr flott. Die gute Nachricht erreichte uns erst nach der Abreise: kein einziges Tier hatte einen Platzbauch!!
Wie jedes Mal fiel uns der Abschied schwer, und wir sprechen schon wieder vom „Nächstes Mal ...“.

Es bleibt mir noch, allen Sponsoren, den Pharmafirmen Richter Pharma, Boehringer Ingelheim, Pro-Zoon und Royal Canin Österreich und Privatpersonen, Ehrenamtlichen, dem Bodenpersonal von Hapag-Fly in München, den Tierschützern von San Francisco, Karen von El Rancho und vor allem Frau Hildebrand für die Unterstützung zu danken!









Ach Charlotte !!!

Ich arbeite in einem Gebäude, dass rund um das Haus sehr schmale Balkone hat.

An einem Montag Morgen ruft eine Kollegin aus der 5. Etage an und meldet: bei mir sitzt eine Krähe auf dem Balkon die gar nicht gut aussieht.

Mit einem Karton und einem Kollegen ausgestattet machte ich mich auf dem Weg zum Balkon.

Da saß sie nun, völlig verstört, mit Kot verschmiert und stark mitgenommenem Gefieder.
Ohne viel zu reden stopften wir dieses arme Wesen in den Karton und brachten die Krähe
in unseren kleinen Garten im Hinterhof. Hier schauten wir erst einmal ob irgendwelche Verletzungen festzustellen waren (das war augenscheinlich nicht der Fall). Danach versorgten wir Sie mit Wasser, denn die Kleine schien völlig ausgetrocknet zu sein. Nachdem Sie ihren Schock (ca. 3 Stunden) überwunden hatte, wurde das kühle Nass auch dankend angenommen. Zum fliegen war Sie allerdings noch viel zu schwach. Wahrscheinlich hatte die Krähe das ganze Wochenende in glühender Hitze auf diesem Balkon verbracht. Wir haben sie den ganzen Tag nicht aus den Augen gelassen und sie wurde von Stunde zu Stunde munterer
und konnte am Abend auch schon einige Meter fliegen. Auch stellten wir fest das es noch ein ganz junges Tier war das wohl seine ersten Flugversuche gemacht hat bei denen sie dann so unglücklich gelandet ist.  Wir beschlossen den Vogel über Nacht im Garten zu lassen, zumal dieser auch Katzensicher ist.

An diesem Tag beschlossen wir Sie „Charlotte“ zu nennen.

Am nächsten Morgen war unsere Krähe weg. Doch weit gefehlt, im laufe des Vormittags fanden wir Charlotte vor unserem Gebäude auf einer sehr befahrenen Straße.
Kurz entschlossen riefen wir die Tierhilfe der Feuerwehr an. Das Einfangen war kein Problem, nur fürchterlich gekräht hat Sie. Die Feuerwehrmänner brachten das Tier dann in die Tierärztliche Hochschule. Hier bekam Sie ein Aufbaupräparat aber sonst sollte Sie wieder zurück in den Garten, zumal sich beim einfangen auch die Eltern bemerkbar gemacht haben. Also brachten die Männer die Kleine wieder zu uns.

Jetzt wurde der Wildtierschutz eingeschaltet von denen wir einige Tipps erhielten.
Die Krähe wurde von uns zwischenzeitlich so gut wir es konnten versorgt und Ihre Flugversuche wurden immer besser.

So ging der zweite Tag zu Ende.

Am dritten Tag hat Charlotte es dann geschafft auf einen Baum zu fliegen und dann in einen wesentlich größeren Garten. Hier konnten wir dann beobachten, dass die Kleine auch noch von Ihren Eltern versorgt wird (und wir haben das erste Mal aufgeatmet).


Wenn Sie jetzt glauben hier ist Schluss, nein Charlotte hielt uns weiterhin auf Trapp.
Am Nachmittag rief wieder eine Kollegin an, sie hätte eine Krähe auf dem Balkon.
Dieses Mal (Tipp vom Wildtierschutz) bauten wir Ihr eine Treppe aus Kartons. Da trippelte Charlotte auch rauf und flog schon ein wenig geübter davon. –Ende des dritten Tages.-

 Am vierten Tag rief ein Kollege an, ich habe eine Krähe auf meinem Balkon, meine Antwort:
Charlotte. Also das gleiche Spielchen noch einmal, Treppe bauen, Charlotte trippelte die Treppe hoch und flog davon. Dieses Mal auf ein sehr hohes Flachdach, wo Sie auch sogleich von Ihren Eltern versorgt wurde.  
Wir hoffen, dass es kein Spiel von Charlotte ist, welches Sie mit uns angefangen hat und Sie einfach nur gerne Treppen steigt.

Vorsichtshalber haben wir aber alle Kolleginnen und Kollegen benachrichtigt alle Balkone zu kontrollieren, damit wir sofort zur Stelle sind um Charlotte eine Treppe zu bauen.

Ach Charlotte !!!


Teneriffa vom 07.03.-18.03.2005

Am 07. März erreichte ich Vormittags den Nordflughafen auf Teneriffa, um für elf Tage Gisela Zifferer zu unterstützen. Im Gepäck hatte ich Medikamente gegen Würmer, Flöhe und Zecken für die Hunde im Tierheim La Laguna und die vielen bei Gisela zu Hause.

Bei meiner Ankunft befanden sich ca. 30 große Hunde im Tierheim und etwa genauso viele kleine bei Gisela.

Wir fuhren direkt vom Flughafen aus ins Tierheim, um zu sehen, ob neue Hunde dort waren. Und wie fast jeden Tag waren auch an diesem welche da und zwar drei kleinere. Zwei davon waren Cocker in einem so erbärmlichen Zustand, dass es uns die Sprache verschlagen hat. Sie hatten bis auf den Boden reichendes verfilztes Fell und bei der Tierärztin, zu der wir sie sofort brachten, stellte sich heraus, dass sie schon sehr alt und zudem auch noch blind waren.
Um ihnen weiteres Leid zu ersparen und sie von ihren Qualen zu erlösen, haben wir sie einschläfern lassen.

Ab dem folgenden Tag war ich dann jeden Tag im Tierheim und begann zunächst alle Hunde zu entwurmen, ebenso die Hunde bei Gisela zu Hause. Anschließend behandelte ich sie mit Frontline gegen die vielen Zecken, wobei ich die meisten gründlich einsprühen konnte. Den wenigen, die sich nicht richtig anfassen ließen, konnte ich zumindest eine Ampulle im Nacken auftragen.

Schon im Laufe der ersten Tage baute sich ein Vertrauen der Hunde mir gegenüber auf, das teilweise unbeschreiblich ist. So ergaben sich lauter schöne Ereignisse, obwohl die Situation für die Hunde im Tierheim meist alles andere als schön ist.

Während meines Aufenthaltes habe ich es geschafft, fast alle Hündinnen zum Kastrieren in die Tierklinik zu bringen, damit im Tierheim nicht noch neue Hunde zur Welt kommen. Außerdem habe ich etliche Hunde für einen Flug nach Deutschland vorbereitet, wozu gehört, sie auf verschiedene Krankheiten testen und anschließend impfen zu lassen. Dabei erhalten sie dann auch den erforderlichen Mikrochip. Alles zusammen ist dies nicht gerade preiswert.

Leider ist es aber so, dass durch die Kastrationen alleine die Anzahl der Hunde noch nicht verringert werden konnte, so dass das Ausfliegen nach Deutschland zusätzlich momentan  noch sehr wichtig ist, um wenigstens einigen Hunden eine schöne Zukunft zu bieten.

Allein in den elf Tagen, die ich im Tierheim war, wurden 25 ausgewachsene Hunde und 9 Welpen dort abgegeben. Da in dieser Zeit auch einige ausgeflogen werden konnten und einige eingeschläfert werden mussten, befand sich bei meiner Abreise etwa die gleiche Anzahl Hunde im Tierheim wie bei meiner Ankunft.

Abschließend bleibt mir nur zu sagen, dass ich Gisela Zifferer für ihren unermüdlichen Einsatz für die Tiere bewundere, auch wenn natürlich einiges dabei auf der Strecke bleibt. So hat sie als Einzelperson gar keine Zeit, sich stundenlang um jeden Hund im Tierheim zu kümmern, sondern kontrolliert nur, welche Hunde neu sind, und bringt zu kastrierende oder kranke Hunde zum Tierarzt. Für mehr fehlt ihr einfach die Zeit und die Kraft, obwohl es natürlich mindestens genauso wichtig wäre wie die medizinische Versorgung. Allerdings darf man dabei  nicht vergessen, dass das Tierheim ohne Gisela eine „normale“ spanische Tötungstation wäre.

Glücklicherweise steht das neu gebaute Tierheim nun endlich kurz vor der Eröffnung und die Verwaltung ist einem Verband von Tierschützern, u.a. Gisela Zifferer, übertragen worden. Damit ist eine Verbesserung bei der Versorgung der Tiere in Sicht.

Nun möchte ich mich noch beim Verein zur Hilfe notleidender Tiere in Europa e.V. bedanken, der die Kosten für den Flug und die Unterkunft übernommen und mir somit diesen erfolgreichen Einsatz ermöglicht hat.

Charlotte Schlüter



Plattenkiste

Am 15. Februar 2005 waren wir zu Gast in der Plattenkiste auf NDR 1  Niedersachsen. 


v. links: NDR 1 Moderatorin Kerstin Werner, Frau Dr. Ertelt, Ingrid Hildebrand


v. links: Charlotte Schlüter, NDR 1 Moderatorin Kerstin Werner


v. links: Charlotte Schlüter, NDR 1 Moderatorin Kerstin Werner


v. links: Frau Dr. Ertelt, Ingrid Hildebrand


 
Kastrationsaktion Teneriffa Süd 
vom 3. bis 10.12.2004

Organisiert wurde dieser Einsatz vom Verein zur Hilfe notleidender Tiere, dem ETN, dem Associacion San Francisco de los Animales, Life Arico und K9.

Team:
Tierärztinnen: Dr. Astrid Lorenz, Dr. Sabine Gustat, Mag. Anna Maria Dijk, Mag. Annika Schulz
Helfer: Josef Blümlinger, Michael Kuhnert, Michael Url

Die Unterbringung war diesmal besonders ideal, wir logierten durch den Einsatz von Frau Hildebrand in zwei Bungalows der TUI im Parque Rin Christobal, wo wir auch von dem San Francisco gesponsortes Frühstück erhielten. Zum Abendessenbuffet waren wir in der Anlage Laguna Park II eingeladen.

Einsatzorte:
Die meisten Katzen und einige Hunde wurden im Haus von der Vorsitzenden der K9, Frau Elsie McIntyrn-Leslie, Adoje, Villa Bollo 12 operiert.

Frau McIntyrn-Leslie überließ uns einen Teil ihres Hauses mit großzügiger Wohnküche mit Küchenblock, geräumigem Bad und Abstellraum. Im Freien gab es genügend Abstellmöglichkeiten, die wir wegen der kühlen Nächte allerdings nur tagsüber nutzten. Die Tierschützerinnen von San Francisco und K9 hatten schon Vorarbeit geleistet und sämtliches Material eingeräumt und die Arbeitsflächen adaptiert, dass wir nur beginnen brauchten.

Die von uns kastrierten Straßenkatzen kamen zum Teil aus Anlagen, zum Teil direkt von der Straße. Auch diesmal wieder mussten einige Tiere eingeschläfert werden, da eine Behandlung nicht möglich war.

Die Hunde wurden zum größten Teil in Life Arico und in der K9 operiert. In Arico unter den uns schon bekannten "Front-"Bedingungen, allerdings ist jedes Jahr eine kleine Verbesserung der Verhältnisse festzustellen, wenn auch die Überbelegung des Tierheimes unverändert besteht. Nicht alle Hunde können angefasst werden, einige mussten mit dem Blasrohr narkotisiert werden. Auch einige Kätzinnen waren in Arico zuhause, die wir vorsorglich gleich kastrierten.

In der K9 herrschen wie schon gewohnt, wesentlich bessere hygienische Verhältnisse, wenn auch die Geldnot drückend ist und zum Beispiel während der drei OP-Tage - obwohl geschlossen - mehrere Hunde und Katzen gebracht wurden. Allein die Tests auf Dirofilarien und Ehrlichien sind teuer aber notwendig.

Zu dieser Jahreszeit sind erfreulicherweise nur sehr wenig trächtige Tiere nach der Operation wieder "geweckt" und umgehend zurückgebracht.

In Zahlen:
Kätzinnen: 101, davon trächtig :2
Kater: 74, einer war auf grund seiner Jugend noch nicht kasatrierbar, die Hoden waren noch nicht abgestiegen. Kryptorchide: 2
Hündinnen: 45, davon trächtig 1
Rüden: 53
Andere Behandlungen: 45 (Bißverletzungen, andere Verletzungen, Augenbehandlungen, Zahnbehandlungen, etc.)
Euthanasien: 5
Todesfälle (Narkoseunverträglichkeit, etc.): 2
Vermittelte Tiere: 16 (4 nach berlin, 3 nach Hannover, 9 nach Tirol)

Wie immer erhielten alle operierten Tiere Depotantibiotika, Schmerzmittel, wurmmedikamente, Flohmittel und bei Bedarf Multivitaminpräpärate.

Frau Mag. Anna Maria Dijk ist derzeit noch eine Woche in Teneriffa um Nach-OPs und trächtige Katzen und Hündinnen, die noch gefunden werden, zu operieren.

Logistik:
Mit hilfe von drei Mietwagen Marke Fiat 600 konnten wir alle Transporte und Besorgungen durchführen. Die Mietwagen wurden durch San Francisco und dem Verein zur Rettung notleidender Tiere bezahlt.

Die Medikamente wurden dankenswerterweise durch die ETN sowie vom Verein zur Rettung notleidender Tiere bezahlt.

Zwei Flüge wurden durch die TUI gesponsort, wiederum durch den Einsatz von Frau Hildebrand. Zwei wurden von Frau Hildebrand privat mit je 100 € bezuschusst, 3 wurden von Frau Dr. Lorenz privat bezuschusst (je 100 €).
Erfreulicherweise war dieser Einsatz wirklich Teamarbeit, was wohl auch die hohe Zahl an versorgten und operierten Tieren aussagt.

Dr. A. Lorenz

Bilder von der Kastrationsaktion Teneriffa Süd 
vom 3. bis 10.12.2004


  
Kastrationsaktion auf Teneriffa vom 18.9.-25.9.2004 

im Tierheim Laguna
Teilnehmer: Charlotte Schlüter und Dr. Helga Ertelt 

Unser erster Tag begann leider mit einem todkranken Pressermix, der am Tag vorher im Tierheim abgegeben wurde. Wir mußten ihn, und gleich noch einen sehr aggressiven Pit Bull, euthanasieren. 

Anschließend kastrierten  wir  vier Hündinnen aus dem Tierheim und testeten sie auf Filaria, Ehrlichose und Borrelliose. Abends mußten wir in der Anlage, in der wir wohnten, noch einen völlig wilden und bissigen Hund von Elke Rossmann einschläfern. 

Der 2. Tag ging schon ein bißchen besser, obwohl es Überwindung kostet, wenn man morgens  das Tierheim mit den 100 Hunden sieht,  überhaupt hineinzugehen. Ashly, so tauften wir einen älteren Terriermix, schien von allem nichts mitzubekommen so vornehm verhielt er sich. Wir beschlossen, der bleibt nicht hier. 

Wir behandelten all seine Krankheiten und es ging ihm von Tag zu Tag besser. 

Während wir weiter operierten, entwurmten und entflohten, sahen wir wie eine neue Podencohündin im “Großen Zwinger“ gejagt und entsetzlich gebissen wurde. Da kein Wärter mehr da war, blieb uns nichts anderes übrig als sie aus den Fängen der bissigen Rüden zu befreien. Glücklicherweise mit Erfolg. Nach der Kastration einer mit 10 Welpen hochträchtigen Hündin versorgten wir die Podencohündin. Weitere 4 Hündinnen und ein Rüde wurden an dem Tag kastriert. 

Immer wieder verblüffte uns eine kleine sehr niedliche Dackelmixhündin, die mühelos von einem in den anderen Zwinger wechselte ohne, daß ein anderer Hund es merkte oder ihr nachmachen konnte. Tage später erst, entdeckten wir das winzige Loch im Zaun. Ihr fehlten an einer Hinterpfote mehrere Zehen und ein halber Ballen, was sie jedoch in keinster Weise beeinträchtigt. Sie wartet im Tierheim Bielefeld auf einen neuen Besitzer. 

So wurden jeden Tag vier bis sechs Hündinnen kastriert und versorgt. Immer wieder fanden wir neue Hunde aus dem Rudel, die wir unbedingt mitnehmen wollten. Allerdings ist die Zahl natürlich begrenzt und die Wahl fällt schwer. Am Donnerstag mußten wir nochmal 4 große und bissige Hunde einschläfern. Sie fallen über die anderen her und töten sie. Solche Hunde kann man natürlich auch in Deutschland nicht vermitteln und bevor sie jahrelang im Heim in Einzelhaft vegetieren, halte ich es für besser, sie zu euthanasieren. 

Insgesamt haben wir 21 weibl.. und 3 männl. Hunde kastriert und noch viele andere behandelt. Da wir nur zu zweit waren konnten wir nicht parallel mehrere Hunde vorbereiten und operieren. Die Bedingungen waren schon erschwert, da wir keinen Strom, also auch kein künstliches Licht hatten und vom Sonnenlicht abhängig waren.

Abgesehen von der Lautstärke und den Räumlichkeiten mit Blick auf das neue Luxustierheim wünschen wir uns bei der nächsten Aktion dort arbeiten zu können. 

Besonders schwierig gestaltet sich das Halten von kleinen Hunden, die Gisela mit nach Hause nimmt. Welpen haben im Tierheim keine Chance zu überleben, da man sie nicht ausreichend separieren kann und geeignetes Pflegepersonal nicht vorhanden ist.
Verein zur Hilfe notleidender Tiere in Europa e.V.


 
Aktion auf Malta  02.06.04 - 09.06.04

Mit großem Stolz können wir von unserer diesjährigen Malta-Kastrationsaktion berichten. Alles lief vorzüglich nach Plan, bis auf einige Kleinigkeiten, die wir aber (wohl dank EU Beitritt) vor Ort aus dem Weg räumen konnten (Medikamentenkauf). Die Tierschützer vor Ort waren schon Monate vorher benachrichtigt und lange Bedarfslisten der einzelnen Katzenkolonien warteten sehnsüchtig auf uns. 

Am Tag vor unserer Ankunft lagerten schon die ersten 50 Patienten in der Garage. Nach einer kurzen Nacht (der Flug landete um 23.30) ging es heftig an die Arbeit. Alles war gut vorbereitet, von 2 sauberen, großen Tischen mit Plastikfolie, über gute Beleuchtung, fließendem Wasser bis zum gefüllten Kühlschrank, es fehlte an Nichts. 

Die superfleißige Gruppe von 4 Tierärzten und zwei Helfern konnte in einer Woche 90 Kater, 137 Katzen (meist tragend), 1 Rüden und drei Hündinnen kastrieren. Hinzu kamen viele Katzenschnupfen-, Zecken-, Bisswunden-, Ohrmilben- und andere Behandlungen. Zum Teil wurde 10 bis 12 Stunden täglich gearbeitet und es wurde von Tag zu Tag heißer auf Malta. 

Die Malteser waren uns unendlich dankbar und kochten jeden Tag Mengen von Pasta, Chicken und Auberginen, auch kalte Getränke wurden vorbeigebracht. 
Wir hoffen auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr. 

Ingrid Hildebrand 

 

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Kastrationsaktion auf Teneriffa vom 18.9.-25.9.2004 

im Tierheim Laguna
Teilnehmer: Charlotte Schlüter und Dr. Helga Ertelt 

Unser erster Tag begann leider mit einem todkranken Pressermix, der am Tag vorher im Tierheim abgegeben wurde. Wir mußten ihn, und gleich noch einen sehr aggressiven Pit Bull, euthanasieren. 

Anschließend kastrierten  wir  vier Hündinnen aus dem Tierheim und testeten sie auf Filaria, Ehrlichose und Borrelliose. Abends mußten wir in der Anlage, in der wir wohnten, noch einen völlig wilden und bissigen Hund von Elke Rossmann einschläfern. 

Der 2. Tag ging schon ein bißchen besser, obwohl es Überwindung kostet, wenn man morgens  das Tierheim mit den 100 Hunden sieht,  überhaupt hineinzugehen. Ashly, so tauften wir einen älteren Terriermix, schien von allem nichts mitzubekommen so vornehm verhielt er sich. Wir beschlossen, der bleibt nicht hier. 

Wir behandelten all seine Krankheiten und es ging ihm von Tag zu Tag besser. 

Während wir weiter operierten, entwurmten und entflohten, sahen wir wie eine neue Podencohündin im “Großen Zwinger“ gejagt und entsetzlich gebissen wurde. Da kein Wärter mehr da war, blieb uns nichts anderes übrig als sie aus den Fängen der bissigen Rüden zu befreien. Glücklicherweise mit Erfolg. Nach der Kastration einer mit 10 Welpen hochträchtigen Hündin versorgten wir die Podencohündin. Weitere 4 Hündinnen und ein Rüde wurden an dem Tag kastriert. 

Immer wieder verblüffte uns eine kleine sehr niedliche Dackelmixhündin, die mühelos von einem in den anderen Zwinger wechselte ohne, daß ein anderer Hund es merkte oder ihr nachmachen konnte. Tage später erst, entdeckten wir das winzige Loch im Zaun. Ihr fehlten an einer Hinterpfote mehrere Zehen und ein halber Ballen, was sie jedoch in keinster Weise beeinträchtigt. Sie wartet im Tierheim Bielefeld auf einen neuen Besitzer. 

So wurden jeden Tag vier bis sechs Hündinnen kastriert und versorgt. Immer wieder fanden wir neue Hunde aus dem Rudel, die wir unbedingt mitnehmen wollten. Allerdings ist die Zahl natürlich begrenzt und die Wahl fällt schwer. Am Donnerstag mußten wir nochmal 4 große und bissige Hunde einschläfern. Sie fallen über die anderen her und töten sie. Solche Hunde kann man natürlich auch in Deutschland nicht vermitteln und bevor sie jahrelang im Heim in Einzelhaft vegetieren, halte ich es für besser, sie zu euthanasieren. 

Insgesamt haben wir 21 weibl.. und 3 männl. Hunde kastriert und noch viele andere behandelt. Da wir nur zu zweit waren konnten wir nicht parallel mehrere Hunde vorbereiten und operieren. Die Bedingungen waren schon erschwert, da wir keinen Strom, also auch kein künstliches Licht hatten und vom Sonnenlicht abhängig waren.

Abgesehen von der Lautstärke und den Räumlichkeiten mit Blick auf das neue Luxustierheim wünschen wir uns bei der nächsten Aktion dort arbeiten zu können. 

Besonders schwierig gestaltet sich das Halten von kleinen Hunden, die Gisela mit nach Hause nimmt. Welpen haben im Tierheim keine Chance zu überleben, da man sie nicht ausreichend separieren kann und geeignetes Pflegepersonal nicht vorhanden ist. 
Verein zur Hilfe notleidender Tiere in Europa e.V.


 
Aktion auf Malta  02.06.04 - 09.06.04

Mit großem Stolz können wir von unserer diesjährigen Malta-Kastrationsaktion berichten. Alles lief vorzüglich nach Plan, bis auf einige Kleinigkeiten, die wir aber (wohl dank EU Beitritt) vor Ort aus dem Weg räumen konnten (Medikamentenkauf). Die Tierschützer vor Ort waren schon Monate vorher benachrichtigt und lange Bedarfslisten der einzelnen Katzenkolonien warteten sehnsüchtig auf uns. 

Am Tag vor unserer Ankunft lagerten schon die ersten 50 Patienten in der Garage. Nach einer kurzen Nacht (der Flug landete um 23.30) ging es heftig an die Arbeit. Alles war gut vorbereitet, von 2 sauberen, großen Tischen mit Plastikfolie, über gute Beleuchtung, fließendem Wasser bis zum gefüllten Kühlschrank, es fehlte an Nichts. 

Die superfleißige Gruppe von 4 Tierärzten und zwei Helfern konnte in einer Woche 90 Kater, 137 Katzen (meist tragend), 1 Rüden und drei Hündinnen kastrieren. Hinzu kamen viele Katzenschnupfen-, Zecken-, Bisswunden-, Ohrmilben- und andere Behandlungen. Zum Teil wurde 10 bis 12 Stunden täglich gearbeitet und es wurde von Tag zu Tag heißer auf Malta. 

Die Malteser waren uns unendlich dankbar und kochten jeden Tag Mengen von Pasta, Chicken und Auberginen, auch kalte Getränke wurden vorbeigebracht. 
Wir hoffen auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr. 

Ingrid Hildebrand 


 
Aktion in Portugal / Loulé  17.04.04 - 02.05.04
Am 17. April 2004 nachmittags landeten wir frischgebackenen Tierärztinnen mit jeder Menge Tatendrang, einer Kiste Medikamente und Instrumente in Faro / Portugal. Gleich am Flughafen wurden wir sehr herzlich empfangen von Sabine Blindea, die im Vorfeld einen Großteil der Organisation übernommen hatte und für uns alle als Ansprechpartnerin bereit stand, sowie von Lourdes und Less, die das Tierheim Quintinha in Loulé ins Leben gerufen und zu ihrem Lebensinhalt gemacht haben. 

 

Die Quintinha befindet sich ca. 15 Autominuten von unserem Hotel entfernt. Das Auto, ein geländegängiger Nissan, wurde uns sofort am Sonntag zur Verfügung gestellt. Das Tierheim besteht aus mehreren geräumigen eingezäunten Höfen von ca. 30 - 60 qm, in denen die Hunde frei herumlaufen können. Die Hunde sind alle sehr zutraulich und menschenfreundlich und untereinander bestens sozialisiert. Für Katzen gibt es am Ende des Geländes noch einen separaten abgegrenzten Auslauf. Kranken- und Welpenstationen in verschiedenen Häusern bzw. Zwingern sind vorhanden. Den Hunden stehen diverse Unterschlupf- und Rückzugsmöglichkeiten zur Verfügung. 

Am Sonntag begannen wir dann auch gleich mit unserer Arbeit. Zum Einstieg und zum Üben der OP-Routine unter den vorgefundenen ungewohnten Bedingungen, bot sich zunächst die Kastration von Rüden an.

Ab Montag lag unser Schwerpunkt auf Kastrationen von Hündinnen. Da wir zu dritt parallel arbeiten konnten, wurden auch immer wieder Rüden kastriert. Nebenbei wurden - soweit erforderlich - auch andere kleine Eingriffe vorgenommen, wie zum Beispiel die Versorgung von Biss- und anderen Wunden, die Behandlung Haut-, Augen- und Ohrenproblemen, die Parasitenbekämpfung u. ä.. Leider gab es auch einige hoffnungslose Fälle, bei denen es keine andere Möglichkeit als die Euthanasie gab.

Alle Hunde wurden vor der Kastration einem Leishmanniose-Schnelltest-Verfahren unterzogen, da grundsätzlich nur negative Tiere von Lourdes vermittelt werden
Wir kamen mit unserer Arbeit so gut voran, dass wir bereits nach einer knappen Woche die gewünschte Anzahl von kastrierten Tieren erreicht hatten. Demzufolge hatten wir nicht genügend Narkosemittel und Nahtmaterial zur Verfügung. Zum Glück konnte Lourdes das fehlende Material von einem ortsansässigen Tierarzt besorgen. 

Insgesamt wurden in Quintinha 59 Hündinnen und 31 Rüden kastriert. 

Einen Tag unseres Aufenthaltes verbrachten wir in einem staatlichen Tierheim in Ohleao. Dort waren die vorgefundenen Bedingungen eher als katastrophal zu bezeichnen. Hier kastrierten wir 20 Katzen und Kater. Auch hier wurden alle Tiere gegen Parasiten behandelt, sowie kleinere notwendige Eingriffe vorgenommen. 

Drei Welpen suchte Lourdes aus, die wir am 02. Mai, unserem Rückflugtag, mitnahmen nach Hannover. Am Flughafen wurden wir direkt von 2 Mitarbeitern des Tierheims Wolfenbüttel in Empfang genommen und konnten die kleinen Hunde übergeben. Auch diese Aktion war sehr gut durchorganisiert und klappte ohne Zwischenfälle. Im Nachhinein haben wir erfahren, daß alle Tiere vermittelt werden konnten.

Abschließend möchten wir uns beim Verein zur Hilfe notleidender Tiere in Europa e.V., bei Sabine Blindae und bei Lourdes und ihrem Team für die finanzielle und organisatorische Unterstützung bedanken. Ohne ihrer aller Hilfe wären solche sinnvollen Aktionen vor Ort nicht möglich.

Antje Donner 
Meike Völker 
Dr. Johanna Pauls
mit 
Lourdes und Less


 
Aktion auf Teneriffa 25.02.04 - 02.03.04

Vor ca. drei Jahren war Dr. Astrid Lorenz aus Innsbruck zum ersten Mal für unseren Verein zu einer Kastrationsaktion auf Teneriffa. Kurz darauf gründete sie einen eigenständigen Verein, der sich speziell um die notleidenden Tiere auf dieser Insel kümmern sollte und es fanden weitere Kastrationskampagnen statt. 
So plante sie auch diese Aktion, bei der ich von unserem hannoverschen Verein aus zum Helfen mitgefahren bin. 

Insgesamt bestand das Team dann aus drei Tierärztinnen und vier Helfer/innen sowie zahlreichen ortsansässigen Helfern  vom Verein San Francisco ohne die solch eine Aktion gar nicht in diesem Umfang möglich wäre. Ein spezieller Dank gilt dabei Mieke, die für uns alle schöne Unterkünfte und einen nahezu perfekten OP-Raum organisiert hat. Aber auch Claudia, Gil und allen anderen Helfern möchten wir danken, da sie in dieser Woche ihre gesamte Freizeit zum Katzen fangen, bringen und abholen geopfert haben. 

Am Anreisetag und am ersten eigentlichen OP-Tag war die Versorgung mit Katzen leider noch sehr dürftig und wir befürchteten schon, dass wir zu wenig zu tun haben würden. Doch am zweiten Tag konnten wir uns nicht mehr beklagen, zumal wir mittlerweile auch ein gut eingespieltes Team waren, in dem jeder seine Aufgaben genau kannte. An zwei Tagen teilten wir uns auf: zwei Leute blieben im Katzen-OP und der Rest fuhr nach Arico zu Eugenio, einem Mann der auf einer alten Bananenplantage mit seinen 250 (!) lebt. Mittlerweile sind zwar viele der Hündinnen schon beim Tierarzt und während der letzten Aktionen kastriert worden, doch die Rüden wurden dabei bislang vernachlässigt. Dies änderten wir ein wenig, indem wir an den zwei Tagen etwa 35 Rüden - besonders die großen, dominanten Tiere - kastrierten. 

Insgesamt konnten wir in der Woche 213 Tiere kastrieren, hauptsächlich Katzen und Kater, aber auch einige wildlebende Hunde. 

Nach dieser Woche blieb uns noch eine weitere im Norden der Insel und zwar bei Gisela Zifferer, die unser Verein seit Jahren unterstützt. Im Gepäck hatte ich Entwurmungs- und Entflohungsmittel für die Hunde im Tierheim La Laguna und die vielen, die Gisela mittlerweile bei sich aufgenommen hat. Seit einiger Zeit nimmt sie fast alle kleinen Hunde mit zu sich nach Hause, bis sie vermittelt und ausgeflogen werden können, da es im Tierheim in der Vergangenheit immer wieder zu dramatischen Zwischenfällen gekommen ist. Das Problem liegt darin, dass die Wärter im Tierheim Stadtangestellte und keine Tierschützer sind. Für sie ist die tägliche Reinigung des Tierheims und die Fütterung der Hunde nur ihr Job, für den sie nicht gut bezahlt werden. Zudem hat man den Eindruck, dass die Hunde selbst ihnen egal sind. So haben sie erst kürzlich einen bissigen, großen Hund zu zwei kleinen Yorkshireterriern in den Zwinger gesetzt, die Gisela am nächsten Tag dann totgebissen vorgefunden hat. Solche Vorfälle sind leider keine Seltenheit, weshalb Gisela die kleinen Hunde zur Zeit fast alle zu sich nimmt. Die Folge ist, dass sich bei ihr bis zu 40 Hunde tummeln und ich denke jeder kann sich vorstellen, was das bedeutet. 

Die einzig effektive Entlastung für sie sind daher Flüge mit denen sie Hunde nach Deutschland schicken kann, sowohl die kleinen, als auch immer wieder große aus dem Tierheim, damit es dort nicht zu voll wird. 

Momentan leben im Tierheim ca. 40 - 50 große und mittelgroße Hunde, so wenige, wie schon lange nicht mehr. Das liegt nicht zuletzt daran, dass immer wieder Hunde eingeschläfert werden, da sie krank, unvermittelbar oder sogar gefährlich sind. Diese - nicht leichte - Entscheidung über Leben oder Tod muss ebenfalls Gisela treffen. Ohne ihren Einsatz wäre das Tierheim La Laguna allerdings eine normale spanische Auffangstation, in der alle Hunde nach 21 Tagen getötet werden würden. Ich habe in dieser Woche versucht, Gisela ein wenig zu entlasten, indem ich ihr neben der Parasitenbehandlung der Hunde vor allem Fahrten zum Tierarzt usw. abgenommen habe, die ansonsten einen großen Teil ihrer Zeit einnehmen. 

Außerdem habe ich selbstverständlich auf meinem Rückflug Hunde mitgenommen, fünf kleine aus Giselas Zuhause. 

Charlotte Schlüter 


 
 
Aktion auf Malta 26.02.03 - 05.03.03 
Kastrationsbericht

Mit dabei waren: 
Tierärzte: Dr. Karen Florey, Konstanz, Dr. Elisabeth Müller, Österreich, TÄ Andrea Nave, Bochum
Helfer: Ingrid Hildebrand, Hannover, Charlotte Schlüter, Hannover

Frau Ingrid Hildebrand vom Verein zur Hilfe notleidender Tiere in Europa e.V. aus Hannover war in den letzten Jahren schon mehrfach auf Malta und hat das Katzenelend vor Ort gesehen. Es liegt ihr daher besonders am Herzen, auch hier durch Kastrationsaktionen zu helfen. Doch auf Malta ist es nicht einfach, dafür eine Genehmigung zu erhalten, genauso wenig wie das Einführen von Medikamenten und Materialien, so daß die Vorbereitungen für diese Aktion schon seit längerem liefen. 

Der Verein zur Hilfe notleidender Tiere in Europa e. V. übernahm alle anfallenden Material- und Verpflegungskosten und auf Malta konnten wir in einer Ferienwohnung von Tessi Bonici wohnen, einer Freundin von Frau Hildebrand, so daß hier glücklicherweise keine Kosten anfielen. 
Eine deutsche Tierärztin, die bereits seit 20 Jahren auf Malta lebt, besorgte uns sämtliche Medikamente und Materialien, die nicht eingeführt werden dürfen und sollte auch einen OP-Raum für uns organisieren. 

Außerdem hatten wir noch Kontakt zum SPCA auf Malta aufgenommen, deren Mitarbeiter unsere Aktion unterstützen wollten, z.B. durch das Einfangen von Katzen. 

Mit diesen Informationen starteten wir also am 26.02.03 in Berlin/Tegel und stießen schon am Flughafen auf die ersten Schwierigkeiten: Air Malta weigerte sich, das Übergepäck (Fallen, Zwangskäfige, Material...) kostenfrei zu transportieren, obwohl wir von der TUI schon eine vorläufige Genehmigung hatten. Nach langem hin und her war es dann doch möglich, nicht zuletzt, weil das Schalterpersonal sehr nett war. 

Beim Zoll auf Malta gab es hingegen überhaupt keine Probleme mit dem ganzen Sondergepäck. 

Am nächsten morgen wurden wir von Christel und Vera vom SPCA abgeholt und in die Praxis von Annette Borg gebracht, um die bestellten Materialien abzuholen. Sie sagte uns, daß wir in der Catery, einer Art Katzenauffangstation, arbeiten könnten, so daß wir uns gleich auf den Weg machten. Leider gab es dort keine Möglichkeit zu operieren, aber eine Helferin wollte uns zu einer Garage bringen, in der wir dann arbeiten könnten. Auch das ein Reinfall, da die Garage völlig verdreckt, dunkel und ohne fließendes Wasser war. 

Mittlerweile waren wir nicht mehr bester Laune und es war auch schon Mittag. Aber unsere kleine Inselrundfahrt ging gleich weiter und zwar zur nächsten Garage. Sie gehörte einem Herrn Borg und war leider auch nicht viel sauberer. Doch in dem zugehörigen Haus gab es eine leerstehende Wohnung, in der wir glücklicherweise operieren konnten und auch durften. 

Sofort wurden die ersten Katzen gefangen und es ging los. Die Catery stellte uns prima Käfige zur Aufbewahrung der frisch kastrierten Katzen zur Verfügung, die wir in der Garage aufbauten. Wir machten alle Leute mobil, uns so viele Katzen wie möglich zu bringen und das sprach sich auch relativ schnell unter den "Katzenleuten" herum. Zwar kam es immer wieder vor, daß wir warten mußten, aber trotzdem schafften wir eine Menge. Leider waren auch einige bereits kastrierte Tiere dabei, weil einheimische Tierärzte die Ohren nicht markieren. Daher haben wir allen Tieren die linke Ohrspitze gekappt, um zu verhindern, daß die Katzen unnötig erneut in Narkose gelegt werden. 

Insgesamt wurden 158 Tiere eingefangen, davon 3 Hunde und 14 kastrierte Tiere. Der Rest bestand aus 69 Katern und 72 Katzen, von denen 41 hochtragend waren. Wären wir erst eine Woche später gekommen, hätte es schon wieder 160 neue Katzen gegeben! Das zeigt, wie wichtig auch die Kastration von tragenden Tieren ist. Denn die meisten Welpen werden auch auf Malta getötet, durch Ertränken oder Erschlagen. 

Da auf dieser Insel noch nicht viele Tiere kastriert sind, es aber massenhaft Straßenkatzen und -hunde gibt, plant unser Verein auf jeden Fall noch in diesem Jahr die nächste Aktion. Denn auf Malta kommt erschwerend hinzu, daß die Einwohner durchschnittlich wenig Geld verdienen, die Lebenskosten und die Kastrationspreise dafür trotzdem recht hoch sind. So können sich auch die tierlieben Malteser das Kastrieren von Straßentieren nicht leisten. Aber es muß etwas getan werden und durch unsere Aktion haben wir viele Helfer und Freunde vor Ort gefunden,, so daß die nächste Aktion dort mit Sicherheit noch erfolgreicher wird. 


 
 
Teneriffa, 09.08.2002 – 30.09.2002

Mein 3-wöchiger Aufenthalt auf Teneriffa begann am 09.08.2002. Ich hatte mich dazu entschlossen, um aktiven Tierschutz zu betreiben und mit Hunden zu arbeiten. 

Die Flüge habe ich aus eigener Entscheidung selbst finanziert, dafür hatte ich eine kostenlose Unterkunft und habe in dem Tierheim (bzw. Tötungsstation) unentgeltlich gearbeitet. 

Meine Unterkunft war ein eigenes Apartment im Haus von Brigitte in La Matanza. Ich habe für die 3 Wochen ein eigenes Auto zur Verfügung gehabt, was in Anbetracht der vielen Fahrten mit Hunden -und um überhaupt zum Tierheim in La Laguna zu kommen- nötig war. 

An Wochenenden und an Feiertagen musste ich zusätzlich zu meiner normalen Arbeit das Tierheim säubern, die Hunde füttern und sie mit Wasser versorgen, was in der Woche von einem Angestellten erledigt wurde. Da ausschließlich mit einem Wasserschlauch gesäubert wurde, war diese Arbeit zwar langwierig aber körperlich nicht allzu anstrengend. Allerdings musste man für die anderweitige Arbeit unbedingt körperlich fit sein, denn unter anderem musste man Hunde (auch größere und schwerere) tragen, wenn sie einem z.B. nicht freiwillig folgten. 

An dieser Stelle möchte ich unbedingt den ungewöhnlichen Aufbau des Tierheims und die damit verbundenen Schwierigkeiten darstellen. Ich habe zur besseren Vorstellung eine Skizze angefertigt, die allerdings maßstäblich nicht ganz korrekt sein wird, da ich sie hauptsächlich aus dem Kopf und meinen Erinnerungen gemacht habe. (siehe Anlage 1) 

Um die Hunde zu behandeln oder ihnen Medikamente zu applizieren, mussten sie einzeln in den „Behandlungsraum“ (ein kleiner Raum, ohne vernünftige Wasseranschlüsse und wie das gesamte Tierheim OHNE STROM) gebracht werden. Dadurch dass die Hunde nicht - wie in Deutschland  meist üblich - einzeln in Zwingern untergebracht sind, sondern sich darüber hinaus in großen Gruppen in den dazwischen liegenden Flächen (Kleinlauf und Großlauf) frei bewegen, musste man die zu behandelnden Tiere durch eine riesige Meute von Hunden hindurchzerren und dabei auch noch sorgsam darauf achten, alle Türen hinter sich zu schließen. Selbst bei kleineren Hunde, die man unter Umständen auf den Arm nehmen konnte, erwies es sich als problematisch, da die anderen Hunde an einem hochsprangen und versuchten, nach dem Hund auf dem Arm oder nach einem selbst zu schnappen. Um den Größenmaßstab deutlich zu machen, werde ich hier kurz die Bestandszahlen, die während meines Aufenthalts herrschten, nennen: 

Großlauf: ca. 30-35 Tiere 
Kleinlauf: ca. 15-20 Tiere 
Zwei der Zwinger waren einzeln, die andern waren mit jeweils 3-6 Tieren besetzt. 

Wenn man in das eigentliche Tierheim hineinging, war man sofort von einer Horde Hunden umringt, die einen –je nach Größe- fast umwarfen. Morgens, wenn noch nicht gesäubert worden war, waren die gesamte Bodenfläche sowie die Ober- und Innenfläche der Betonunterschlüpfe, die Fressrinne und oftmals auch die Wassergefäße mit Kot und Urin verschmutzt, sodass die Tiere kaum unverschmutzte und trockene Liegeflächen hatten. Wenn man in das Tierheim kam, war man dadurch innerhalb weniger Sekunden selbst von Kopf bis Fuß voller Hundeexkremente –was keinesfalls eine Übertreibung ist! 

In der Woche begann meine Arbeit im Tierheim vormittags/mittags, es gab jedoch keine festen Arbeitszeiten. 
Die tägliche Arbeit bestand für mich darin, bestimmte Hunde, die in Kürze nach Deutschland fliegen sollten, zu entwurmen, von Zecken zu befreien, langhaarige Hunde mit stark verfilztem Fell zum Scheren zum Tierarzt zu fahren, und sie dort einem Filaria-Test unterziehen, impfen und gegebenenfalls kastrieren zu lassen. 
Die übrigen Tieren musste ich täglich auf Verletzungen und Krankheiten kontrollieren und teilweise selbst behandeln oder bei schwereren Fällen zum Tierarzt bringen und ihnen gegebenenfalls in den darauffolgenden Tagen Medikamente applizieren. 

Eine weitere wichtige Aufgabe bestand darin, die Hunde zu beobachten, um Aggressionen und/oder Rudel-interne Schwierigkeiten festzustellen. (Je länger ich mich täglich im Tierheim bei den Tieren aufhielt, desto besser war es mir möglich, die Situation richtig zu beurteilen. Darum blieb ich, nachdem ich mit meinen regulären Aufgaben fertig war, täglich einige Stunden länger.) Bei aggressiven Hunden war es nötig, bestimmte Tiere räumlich voneinander zu trennen, was aufgrund des Platzmangels kaum möglich war. Bei sehr schweren Fällen mussten die Tiere zum Tierarzt gebracht werden, um sie einschläfern zu lassen, was –nach Absprache mit Gisela Zifferer- ebenfalls von mir übernommen wurde. 

In meinen Aufgabenbereich fiel es außerdem, mich um einzelne, stark verängstigte Hunde zu kümmern, die teilweise so sehr verstört waren und so schlechte Erfahrungen (oder noch gar keine!) mit Menschen gemacht hatten, dass sie sich überhaupt nicht anfassen ließen oder sogar heftig um sich bissen, wenn man sich ihnen nähern wollte. 

In vielen Fällen genügte es dann, sich Zeit für diese Tier zu nehmen und sich mit sehr, sehr viel Geduld, zärtlicher Zuwendung und vor allen Dingen RUHE mit ihnen zu beschäftigen, um sie davon zu überzeugen, dass ihnen nichts Schlimmes droht und von menschlichen Händen nicht nur Schlechtes ausgeht. Bei den ganz schwierigen Hunden, musste man eine Methode anwenden, die für mich völlig neu war, aber durchschlagende Erfolge erzielte. Gisela nannte es „Zwangs-Streicheln“. Man musste das betreffende Tier mit einer Schlinge einfangen, ihm einen Maulkorb anlegen bzw. die Schnauze mit einer Schlinge zubinden und es dann am ganzen Körper sanft streicheln, während man permanent beruhigend auf es einredete. 

Bei ALLEN Hunden, die ich in den 3 Wochen selbst dieser Methode unterzog (bzw. in den ersten Tagen dabei zusah), fand dadurch eine komplette, äußerst positive Umwandlung im Wesen der Hunde statt. Aus diesem Grund war dies eine meiner Lieblingsaufgaben, weil die Erfolge, die man bei diesen Tieren erzielte so großartig und unfassbar waren, dass es mich extrem befriedigte. 

An dieser Stelle möchte ich kurz ein Beispiel nennen, was mich persönlich sehr bewegt hat. 

Es gab einen kleinen, verängstigten Hund, der Tag für Tag immer in derselben Ecke seines Zwingers saß und immer, wenn sich ihm ein anderer Hund oder ein Mensch näherte, die Zähne fletschte, knurrte und aufs Stärkste drohte. Er bewegte sich niemals aus seiner Ecke, interessierte sich für nichts und niemanden, fraß nichts (jedenfalls nicht, soweit ich ihn beobachtete), nahm an keinerlei sozialen Aktivitäten mit seinen Artgenossen teil und war rundherum in einem völlig erbärmlichen Zustand. Diesen Rüden habe ich mehrfach der oben genannten Zwangs-Streichel-Methode unterzogen (wobei ich einige Bisswunden erntete), jedoch ohne einen lang anhaltenden Erfolg. An meinem letzten Arbeitstag sollte ich ihn zum Euthanasieren bringen, da es aussichtslos schien. Weil ich aber noch etwas Zeit hatte, fing ich ihn ein, ging mit ihm spazieren und beschäftigte mich den gesamten Nachmittag mit ihm. 

Das Ergebnis war überwältigend: er ließ sich streicheln, lief problemlos an der Leine und begann sogar seinen Artgenossen neugierig und schwanzwedelnd entgegenzutreten,. Dieser Rüde ist inzwischen in Deutschland und hat hoffentlich ein gutes Zuhause gefunden. 

Dieses und noch viele weitere Beispiele haben mir gezeigt, wie wichtig gerade diese Aufgabe ist: sie schafft für verängstigte Tiere die Basis, ein lebenswertes Leben zu führen: überhaupt nach Deutschland zu kommen und ein glückliches Leben bei einem Menschen haben zu dürfen. 

An dieser Stelle muss ich jedoch deutlich machen, dass dieser eine Hund einen Ausnahmefall darstellt: es ist in der Praxis utopisch, jedem einzelnen der Tiere eine solch individuelle und mit solch einem extrem hohen Zeitaufwand verbundene „Einzeltherapie“ zukommen zu lassen. Bei der Masse der Tiere ist es einfach unmöglich. Hinzu kommt, dass einige der Hunde sich auch als leicht bis stark verhaltensgestört zeigen und sich auch nach längerer zeit unsozial verhalten und sich nicht in die Gruppe eingliedern können. Diese Tiere stellen für die anderen Hunde eine große, oftmals tödliche Gefahr dar. Es gab allein in diesen 
drei Wochen unter den Hunden 4 Todesfälle durch aggressive Artgenossen! Das geschah immer in der Zeit, wenn sich niemand im Tierheim aufhielt. Es ist also notwendig, die Tiere zu beobachten, um solche Hunde ausfindig zu machen und sofort einschläfern zu lassen. Dies ist eine schwierige Aufgabe, da man über Leben und Tod zu entscheiden hat. Aber es ist in vielen Fällen die einzige Lösung. Außerdem ist es bei diesen Tieren auch unwahrscheinlich und äußerst fragwürdig, ob sie je vermittelbar wären. 

Neben den Arbeiten im Tierheim war ich außerdem damit beschäftigt, Tiere hin- und herzufahren: zu Gisela, zu Brigitte, zum Tierarzt, zum Scheren, sie vom Tierarzt abzuholen sowie die Mithilfe bei Transporten zum Flughafen. 
Dies war überaus wichtig, da es bei Transporten mit vielen Tieren nur möglich war, mit zwei Autos zu fahren, denn neben den Tieren nahmen vor allem die Flugboxen viel Platz ein. 

An zwei Vormittagen bin ich außerdem nach Tejina zu Friedrich Möller gefahren, der auch vom Europäischen Tierhilfswerk unterstützt wird. Ich habe ihm geholfen, die ca. 25 Hunde, die er beherbergt mit Wurmtabletten zu versorgen, mit Frontline zu behandeln und ihre Ohren zu säubern und Ohrenentzündungen mit Salbe zu behandeln. 

In der dritten Woche habe ich im Tierheim begonnen, die Hunde systematisch zu entwurmen, was äußerst zeitaufwendig und alleine kaum zu schaffen war. Ich habe nur die Hälfte der Tiere geschafft. Das systematische Entwurmen ist aber sehr wichtig, da ein Großteil der Tiere von Würmern befallen ist, was am Kot eindeutig zu erkennen war. 

Alles in allem war diese Erfahrung für mich persönlich positiv, und ich kann allen Menschen, die mit dem Gedanken spielen, so etwas mal zu machen nur dazu raten, es zu tun. 

Man braucht allerdings UNBEDINGT, ein „dickes Fell“ und ein hohes Maß an Realitätssinn. Die dort herrschenden Zustände, die mit deutschen Maßstäben einfach unvergleichbar sind, stellen eine starke psychische Belastung dar. Man muss aber in der Lage sein, die in einem aufkeimenden Emotionen wie Trauer, Verzweiflung, Wut, Entsetzen, Mitleid u.v.a. in bestimmten Moment herunterzuschlucken und sich erst am Abend nach getaner Arbeit damit auseinanderzusetzen. Ansonsten ist man nicht in der Lage, gut und effektiv zu arbeiten und meiner Meinung nach für die Arbeit vor Ort ungeeignet. 

Ich persönlich bin jedoch fest dazu entschlossen, dass ich wieder nach Teneriffa fliegen will und werde und - sofern möglich (denn es ist für mich natürlich auch eine finanzielle Frage)- regelmäßig dort helfen und arbeiten möchte. 

Abschließend möchte ich noch einen wichtigen Verbesserungsvorschlag machen: 

Es wäre ganz dringend erforderlich, dass sich Menschen in meiner Situation VORHER mit erfahrenen Leuten in Verbindung setzen, die schon mehrmals dort waren und dort gearbeitet haben. Dieser Kontakt muss vorher ermöglicht werden. Vielleicht bei einem Treffen oder einer Art Vorbereitungs-/Beratungsgespräch. Denn abgesehen von der Tatsache, dass man dadurch die Möglichkeit hat, sich emotional vorzubereiten, gibt es einiges, was bei mir unglücklich gelaufen ist und in Zukunft nicht wieder vorkommen sollte: 

1) Das Buchen des Fluges, bzw. was viel wichtiger ist, das Buchen und genehmigen lassen von Flugboxen und Hunden für den Rückflug. Um den Bestand im Tierheim auf Teneriffa konstant zu halten, ist es erforderlich, einzelne ausgewählte Hunde nach Deutschland mitzubringen, damit sie hier vermittelt werden können, was erfahrungsgemäß sehr gut geht. Wird die Zahl der Tiere im Tierheim nicht auf einem konstanten Level gehalten, muss und wird dort wieder systematisch getötet werden, denn es ist und bleibt eine staatliche Tötungsstation, in der die Tiere nach zwanzig Tagen getötet werden. Dass dort seit Jahren nicht mehr getötet wird, ist der aktiven Arbeit des Tierschutzes und Gisela Zifferers zu verdanken. 
Ohne Erfahrung ist es nicht ganz einfach, die Tiere zum Flug genehmigen zu lassen. 

2)  Das Mitnehmen eines Handys. Es ist vor Ort organisatorisch nicht machbar, effektiv zu arbeiten, ohne dass man in ständigem telefonischen Kontakt mit Gisela steht. Ich hatte kein Handy mit, was zu einigen ärgerlichen und vor allem vermeidbaren Turbulenzen geführt hat. 

3) Die Anweisungen, wie man sich mit Zoll und Impfpässen korrekt zu verhalten hat, wenn man Hunde mitbringt. Es ist zwar keine allzu schwierige Angelegenheit, aber ist  ausgesprochen wichtig, vorher ausgiebig angewiesen und beraten zu werden, um einen reibungslosen Ablauf zu sichern. 

4) Da der Kontakt mit erfahrenen Leuten bei mir vorher nicht gegeben war, hätte ich beinahe auf dem Hinflug keine leeren Flugboxen mitnehmen können, was sehr ärgerlich gewesen wäre. Am Tag vorher wurde Annette Brück glücklicherweise über meinen bevorstehenden Flug benachrichtigt, sodass sie noch alles in die Wege leiten konnte. Es ist aber dadurch ein absolut unnötiger Stress und Aufwand für sie entstanden. 

Viktoria Heimann. 


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